Blut der toten Krieger lockt die Touristen

Schlacht auf dem Lechfeld – die Region Augsburg
und die Ottostadt Magdeburg wollen kooperieren

Im Königsbrunner „Infozentrum 955“: Gäste aus Sachsen-Anhalt unterschreiben einen „Letter of Intent“


Eines der drei Zinndioramen im „Infopavillon 955“, die den Verlauf der Schlacht auf dem Lechfeld dokumentieren, zeigt den Kampf zwischen den Ungarn und der Streitmacht Ottos I. – Sachsen, Franken, Schwaben, Bayern und Böhmen – beiderseits des Lechs.
Foto: Martin Kluger /oh


„Schwer beeindruckt“ zeigte sich Sandra Yvonne Stieger, Geschäftsführerin der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH vom „Infopavillon 955“ in Königsbrunn: In der Stadt bei Augsburg machen drei Zinnfigurendioramen in moderner Museumsarchitektur den Ablauf der epochalen, mehrtägigen Schlacht auf dem Lechfeld vom August 955 nachvollziehbar. Stieger und Lars-Jörn Zimmer, Geschäftsführender Vorstand des Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt e.V. und in Personalunion tourismuspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, waren aus der Ottostadt Magdeburg nach Königsbrunn bei Augsburg gereist, um dort den „Letter of Intent“ zu unterzeichnen. Die Ottostadt Magdeburg und die Region Augsburg vereinbarten eine touristische Kooperation: Ihr historisches Fundament sind die Schlacht auf dem Lechfeld und ihr großer Sieger Otto I.
Vor den Mauern Augsburgs tobte 955 die epochale, mehrtägige Schlacht gegen die Ungarn: Gerettet wurde Augsburg von den vereinten deutschen Verbänden unter der Führung des Sachsenherzogs und ostfränkischen Königs Otto. Der Sachse wurde 962 zum ersten Kaiser des deutschen Reiches gekrönt. Otto und die Romanik seien – so die Gäste aus dem Bundesland Sachsen-Anhalt – neben Martin Luther und der Industriekultur die dritte touristisch verbindende „Klammer“ mit dem bayerisch-schwäbischen Augsburg und seinem Umland. In Magdeburg steht die bekannte Reiterfigur Ottos I. – der „Magdeburger Reiter“ –, und in Sachsen-Anhalt verbindet die „Straße der Romanik“ 88 Bauwerke im Stil seiner Zeit. 

Das innovative Museum zur Ungarnschlacht von 955 aber entstand in Königsbrunn bei Augsburg: Dort sind sowohl König Otto I. als auch Bischof Ulrich von Augsburg im Getümmel von etlichen tausend Zinnfiguren in drei großen Landschaftsdioramen auszumachen. In Augsburg erinnern der im Kern romanische Dom, der dortige Ulrichsbrunnen wie der Dombrunnen, kostbare Museumsexponate wie das Ulrichskreuz sowie nicht zuletzt die Tumba Bischof Ulrichs und Gemälde der Lechfeldschlacht in der Ulrichsbasilika an den Verteidiger der Stadt. Die Fresken etlicher Ulrichskirchen im Lechtal bis weit nach Tirol – im Landkreis Augsburg zum Beispiel in der Stadt Königsbrunn oder in der Nachbargemeinde Graben – zeigen Szenen der Lechfeldschlacht: Meist reiten König Otto I. und Bischof Ulrich von Augsburg Seite an Seite gegen die Ungarn.

Zwei „Ottonen“ aus der Zeit der Schlacht auf dem Lechfeld – eine adelige Dame sowie ein Panzerreiter – präsentieren den „Letter of Intent“ und rahmen die Unterzeichner. Diese sind (von links nach rechts): Anni Fries, stellvertretende Landrätin für den Landkreis Augsburg, Dr. Klaus Metzger, Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg, Franz Feigl, Erster Bürgermeister von Königsbrunn, Sandra Yvonne Stieger, Geschäftsführerin der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH, Lars-Jörn Zimmer, Geschäftsführender Vorstand des Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt e.V. und tourismuspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, sowie Augsburgs Tourismusdirektor Götz Beck. In der Bildmitte ist ein Replikat der Krone Ottos I. zu sehen.
Foto: Martin Kluger/oh

Die Ereignisse von 955 wollen das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Magdeburg einerseits sowie Augsburg und seine Nachbarn – der Landkreis Aichach-Friedberg und der Landkreis Augsburg –  andererseits künftig zur touristischen Kooperation nutzen. Den schon zuvor vom bayerischen Sozialstaatssekretär Johannes Hintersberger, dem Vorstandsvorsitzenden des Verkehrsvereins Region Augsburg e.V., paraphierten „Letter of Intent“ unterschrieben neben den Gästen aus Magdeburg deshalb auch Dr. Klaus Metzger, der Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg, sowie die stellvertretende Landrätin Anni Fries für den Landkreis Augsburg, Königsbrunns Erster Bürgermeister Franz Feigl sowie Augsburgs Tourismusdirektor Götz Beck, der Initiator und Organisator des „Infopavillons 955“. Für seine Beharrlichkeit auf dem Weg zur Eröffnung des Museums vor den Toren Augsburgs wie zum dortigen Ergebnis durfte sich Beck von seiner Kollegin von der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH beglückwünschen lassen.
Bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH ist die Broschüre „Infopavillon 955. Die Ausstellung zur Schlacht auf dem Lechfeld“ per Mail (tourismus@regio-augsburg.de) anzufordern. Sie ist auch bei der Tourist-Info der Regio am Augsburger Rathausplatz erhältlich. Zum online Lesen oder Herunterladen als PDF findet man diesen Infoprospekt unter www.augsburg-tourismus.de/broschueren.html.

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